Tag 23-32 Panama City

Nach den wunderschönen zwei Wochen in Bocas del Toro fuhren wir mit dem Bus zurück nach Panama City, von wo aus wir dann nach Ankunft des Schiffes unser Büsli abholen werden. Diesmal fuhren wir jedoch am Tag. Das hiess, dass wir in Bocas del Toro morgens um 06.00 in das Aqua-Tai ein- und um 18.00 aus dem Bus in Panama City ausstiegen. Vollgepackt mit unserem Gepäck gings dann zurück ins Hostel Lunas Castle (da hatten wir bereits beim letzten kurzen Besuch in Panama City gewohnt).

Panama City ist die Hauptstadt von Panama und mit 1.5 Millionen Einwohner (total in Panama 3.3 Millionen) sogleich auch die mit Abstand grösste Stadt des Landes. Übrigens wird Panama City von den Panamanern einfach nur „Panama“ genannt. Tönt im ersten Moment vielleicht etwas verwirrend, aber im Gespräch ist eigentlich sofort klar, ob man nun vom Land Panama oder von der Stadt Panama spricht.

Der Panamakanal


 

Der touristische Höhepunkt in Panama, genauer gesagt Panama City, ist zweifellos der Panamakanal. Er verbindet den Pazifik mit dem Atlantik und verringert dadurch die Fahrzeit der Schiffe von der US-Ostküste nach Japan um 4800km bzw. von Ecuador nach Europa um 8000km. Um 1881 fand der Spatenstich unter der Leitung des Franzosen de Lesseps (er erbaute einige Jahre vorher den Suezkanal) statt. Er schätzte, dass der Kanal auf Meereshöhe in zehn Jahren fertiggestellt sein soll. Nach acht Jahren zeigte sich jedoch, dass dies unrealistisch ist und auch die budgetierten finanziellen Mittel bei weitem nicht reichen würden. Nach 17-jähriger Bauzeit wurde das Projekt abgebrochen, mit der traurigen Zahl von 20’000 Toten, welche an den Folgen von Malaria und Gelbfieber starben.

Im Jahre 1903 übernehmen die USA das Projekt, was jedoch Ende 1904 auch beinahe in einer Katastrophe endet. Denn dem „Hirngespingst“ von einem Arzt, dass die Kranheiten von Mücken übertragen werden, glaubt zur damaligen Zeit niemand. Nach weiteren über 1000 Toten wir der Chefingenieur Posten durch einen neuen Mann ersetzt, welcher dem gesundheitlichen Bereich erste Priorität einräumt. In einer spektakulären Aktion werden alle Brutstätten der Mücken entlang der Kanalzone ausgetrocknet und die Hygiene stark verbessert. Im Dezember 1905 ist Gelbfieber verschwunden, Malaria eingedämmt und das Problem von ansteckenden Krankheiten minimiert.

Im Jahre 1914 ist der Kanal, welcher schlussendlich nicht auf Meereshöhe, sondern mit Schleusen gebaut wurde, fertiggestellt. Die Kosten belaufen sich auf 400 Millionen US-Dollar, 75’000 Arbeitskräfte arbeiteten am Kanal und 25’000 Menschen kamen dabei ums Leben. Wir waren gespannt, wie dieses gigantische Bauwerk aussieht.

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Grafische Darstellung des Panamakanals

Wir brachen frühmorgens auf, um die Miraflores-Schleusen zu besichtigen. Dabei wird eine Höhe von 16.5 Metern überwunden.

Im Zeitraffer sieht es dann so aus (Bilder sind aus der Hand geschossen, deshalb leicht verwackelt):

Pro Tag fahren im Einbahnverkehr ca. 38 Schiffe durch den Kanal, 14’000 Schiffe pro Jahr. Während der gesamten Durchfahrszeit von acht bis zehn Stunden, befindet sich ein Lotse an Board (bei grossen Schiffen sogar bis zu vier Lotsen). Die Ausbildung zum Lotsen dauert inklusive praktischem Training acht Jahre.

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Miraflores Schleuse und hinten ein Schiff, welches gehoben wird

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In einem solchen Schiff dieser Rederei wurde unser VW Bus transportiert

 

Sehenswertes in Panama


 

Natürlich gibt es auch weitere sehenswerte Orte in Panama. Zu Fuss haben wir den Ancon Hill erklommen, den Parque Natural Metropolitano durchlaufen oder wir sind an der sehr schönen Uferpromenade entlang geschländert.

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Ausblick auf Panama City vom Ancon Hill

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riesige Panama Flagge auf dem Ancon Hill

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Ein- und Ausladen der Container in Panama City

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Stahlbrücke über den Panamakanal (fertiggestellt 1962, vorher musste man eine Fähre über den Kanal nehmen)

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Eine Strasse „im Meer“ umrundet das Casco Viejo

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auch Assfresser sind in Panama zu sehen

Unser Hostel befand sich in der Altstadt von Panama, dem Casco Viejo. Es hat sogar einen Platz auf der UNESCO-Weltkulturerbeliste. Dies jedoch vor allem wegen ihrer historischen Bedeutung.

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Casco Viejo

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neu und abbruchreif direkt nebeneinander

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im Casco Viejo sind auch viele teuere Autos zu sehen

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Einkaufsstrasse

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Herstellung von Zuckerrohrsaft

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Oft werden Getränke aus dem Einkaufswagen verkauft

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Verkauf von Bananen

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die Früchte sind frisch und vielfältig

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Ein kleiner Super Markt (oft heissen sie „Mini Super“ oder so ähnlich und sind immer von Chinesen geführt)

Die Uferpromenade vom Casco Viejo bis zu den Hochhäuser ist wunderschön. Viele Jogger, Fahrradfahrer oder Spaziergänger sind da anzutreffen.

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Uferpromenade

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Skyline von Panama

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bei Nacht

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es gibt sehr viele schöne Restaurants und Bars

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in einer outdoor Bar im Casco Viejo

Unweit von Panama befindet sich die Insel Taboga. Ein schöner Strand und vor allem viel Ruhe trifft man da an. Da das Schiff mit unserem Büsli einige Tage Verspätung hatte, entschieden wir uns, nach Taboga zu gehen. Leider klagte Fiona dann aber immer mehr über Kopfschmerzen, leichtes Fieber und auch Gliederschmerzen. Alles Anzeichen für einen viralen Infekt, vielleicht eine „normale“ Grippe oder natürlich denkt man auch schnell an Dengue, Zika oder ähnliches.

Deshalb entschieden wir uns, nach nur einer Nacht auf Taboga, das Schiff nach Panama zu nehmen und dort ein Spital aufzusuchen. Die medizinische Versorgung ist in Panama zum Glück sehr gut, das Spital gemäss Schweizer Krankenkasse auf Europäischem Niveau. Bei der Dame beim Notfall-Schalter mussten wir aber zuerst unsere Kreditkarte zücken, denn sonst gibt es keine Behandlung. Anschliessend erklärten wir auf Spanisch die Symptome mit Hilfe unseres „Krank-Voggis“, welches wir am Tag zuvor zusammengestellt hatten. Der Bluttest ergab, dass ein viraler Infekt vorliegt. Weitere Auswertungen zeigten zudem, dass keine der bekannten Tropenkrankheiten vorlag. Ein weiterer Bluttest zwei Tage später zeigte zudem, dass die Blutwerte wieder besser werden. Wir waren froh und erleichtert und wieder voller Vorfreude auf unsere Reise.

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Auf der Fähre nach Taboga mussten wir das Frachschiff abwarten, bevor wir weiterfahren konnten. Im Vordergrund ist das Begleitboot zu erkennen

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eines der wenigen Fotos von Taboga

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Zur Auskurierung gönnten wir uns in Panama ein Hotel

 

Abholung des VW Bus‘


 

Am Montag 29. Februar war es soweit. Mit dem öffentlichen Bus gings nach Colon, einer Hafenstadt am Atlantik (und auch Eingang zum Panamakanal) und von dort aus mit dem Taxi weiter zum Internationalen Terminal. Wir waren etwas beunruhigt, da viele Leute Horrogeschichten über Colon erzählen. Natürlich gehört Colon nicht unbegründet zu den gefährlichsten Städten der Welt, dies gilt aber nur für den Stadtkern und nicht für den Hafen. Im Stadtkern regieren viele Banden, welche das Leben dort sehr gefährlich machen. Auch die Panamaner selbst meiden diese Strassen. Leider profitiert Colon, trotz der grossen Freihandelszone am Hafen, nicht vom Panamakanal. Daraus resultiert eine Arbeitslosigkeit von über 40% und somit auch eine hohe Kriminalitätsrate.

Da wir direkt mit dem Taxi zum Hafen fuhren war dies alles jedoch kein Problem für uns. Mit einem Mitarbeiter von der Rederei mussten wir nun diverse Dokumente ausfüllen, Zollgebühren bezahlen und lange warten. Nach 4h war es soweit und wir konnten durch ein Gitter unser Auto erspähen. Die Velos sind noch dran, das Auto weist keine Schäden auf und auch der Inhalt war noch vollständig. 🙂

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unser erster Übernachtungsplatz in Panama, nebenan das Fahrzeug von einem Niederländischen Paar (sie sind nun nach der Überfahrt mit dem Schiff bereits in Kolumbien)

Nun konnte unsere Reise losgehen. Die ersten beiden Nächte verbrachten wir noch in Panama auf einem bewachten Parkplatz und anschliessend fuhren wir los, um das Land zu erkunden. Wir besuchten Santa Clara, Punta Chame, El Valle, Santa Catalina, Las Lajas und Boquete. Dazu aber mehr im nächsten Beitrag.

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Strasse zu unserem Übernachtungsplatz in Las Lajas

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Übernachtungsplatz in Las Lajas

 

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