Tag 46- 64 Costa Rica

Anzahl Tage: 19
Gefahrene Kilometer: 1550 km
Preis pro Liter Diesel:  0.70 CHF
Dauer Zollübergang Costa Rica- Nicaragua: 2.5h

Costa Rica ist für seine vielfältige Tierwelt bekannt. Wir waren gespannt und haben diese natürlich ausgiebig erkundet. Neben den vielen Tieren gibt es über 25 Nationalparks und einige Vulkane.

Tierwelt

Als erstes haben wir den Nationalpark Manuel- Antonio erkundet, einer der beliebtesten in Costa Rica. Wir konnten verschiedene Affen (Brüllaffen, Totenkopfaffen, Klammeraffen), Faultiere, Nasenbären, Leguane, Rehe und viele verschiedene Vögel aus nächster Nähe beobachten. Leider werden die Tiere von den Touristen gefüttert und vor allem die Affen sind richtig frech. Wir konnten beobachten, wie ein Affe einen Getreideriegel aus der Hand einer Frau stahl. Und dies ist keine Seltenheit. Im Park gibt es einige Wanderwege und Strände, welche ebenfalls sehr schön anzusehen sind.

Pflanzenwelt und Natur

Viele verschiedene Palmen, Bäume und Pflanzen wachsen in Costa Rica. Für uns sind vor allem die tropischen Pflanzen interessant, welche wir nicht von zu Hause kennen.

Einen kurzen Stop machten wir auch bei einer heissen Quelle. Wir setzten uns in den Bach mit ca. 37°C heissem Wasser. Einheimische verweilen manchmal den ganzen Tag im Bach und geniessen mit der ganzen Familie das warme Bad.

Vulkane

Den Vulkan Irazu haben wir bei gutem Wetter mit dem Büsli erklommen. Hier kann man mit dem Auto direkt an den Kraterrand des Vulkans fahren. Der Vulkan ist seit Jahren inaktiv, die Umgebung aber immer noch gezeichnet von den Vulkanausbrüchen. Leider ist der Vulkankrater nicht mehr mit Wasser gefüllt, dennoch war es eindrücklich.

Den Vulkan Poas wollten wir auch noch erkunden, dieser war aber in Nebel gehüllt. Die Erdbbeeren, welche in dieser milden Region verkauft werden, haben wir dennoch sehr genossen.

Dennoch wollten wir gerne einen Vulkankrater gefüllt mit Wasser sehen, halt so wie man es von einer Postkarte kennt. Wir machten uns auf zum Cerro Chato, welcher direkt neben dem Vulkan Arenal ist. Den Arenal konnten wir aus der Ferne auch nur in Nebel gehüllt betrachten. Die Wanderung führte uns über Lavagestein aus dem Jahre 1992 und durch den Regenwald. Dies konnten wir gut spühren, denn es war sehr schlammig und somit lohnte es sich sehr, nach der Wanderung die Wanderschuhe wieder einmal zu reinigen.

Unterwegs

Mit dem Büsli unterwegs auf den Strassen sieht man immer wieder interessante und lustige Sachen.

Panaderia Suiza und Kaffeeanbau

Unterwegs trifft man immer wieder andere Overlander (Leute die auch mit dem Camper unterweg sind) und so haben sie uns wärmstens empfohlen nach Orosi zu fahren und dort in der Panaderia Suiza einzukehren (vor allem dann, wenn man das Schweizer Brot vermisst). Wir konnten dann gleich neben den Bungalows übernachten, welche Franziska (die Besitzerin der Bäckerei) auf ihrem Grundstück vermietet.

Am nächsten Morgen genossen wir ein feines Frühstück mit feinem frischen Vollkornbrot, Zöpfli und selbstegemachter Konfitüre. Auf Empfehlung von Franziska machten wir uns anschliessend zu Fuss auf den Weg zu Nano, ein Kaffebauer in den Bergen von Orosi. Eine steile Strasse führte uns den Berg hinauf, vorbei an Bananenplantagen und anderen uns nicht bekannten Sträuchern. Zwischenzeitlich waren wir nicht mal mehr sicher, ob wir auf dem richtigen Weg sind, bis wir aus der Ferne einen Hund bellen hörten und kurz darauf ein Schild mit der Aufschrift „Welcome“ erspähen konnten. Der Hund belle immer, wenn sich Leute seinem Haus nähern, erzählte uns Nano später. Denn so wisse er, dass er aus den Hügeln zurückkommen muss, um die Leute zu empfangen. Herzlich wurden wir begrüsst, in sein Haus geführt und verbrachten anschliessend  zwei Stunden mit Zuhören, Besichtigen von Kaffeplantagen und natürlich Kaffetrinken (natürlich Kaffe mit Rum, versteht sich).

Es war sehr interessant, das einfache Haus dieses Mannes zu sehen, die Küche, welche immer noch mit Holz betrieben wird oder auch wie das Leben (fast) ohne Strom funktioniert (zwei Mal die Woche schaut er bei seiner Mutter vorbei, um sein Mobiltelefon aufzuladen).

Karibik von Costa Rica- Nationalpartk Tortuguero

Die Karibische Seite von Costa Rica unterscheidet sich stark von der Pazifischen Seite. So fuhren wir quer durchs Land, um nach Tortuguero zu gelangen. Dieser kleine Ort ist autofrei und kann nur mit dem Flugzeug oder mit dem Boot übers Meer oder einen Fluss erreicht werden. Somit parkten wir unser Büsli für drei Tage und genossen ein etwas grösseres Bett in einem Bed and Breakfast. Den Nationalparkt erkundeten wir mit einem Kanu und einer geführten Bootstour. Wir konnten einige gute Fotos von Tieren schiessen, diese sind in der Kategorie „Tierwelt“ zu sehen.

Kleine Schweiz in Costa Rica

Und es gibt noch mehr Schweizer in Costa Rica. Am Arenalsee hat sich vor ca. 20 Jahren ein weiterer Schweizer niedergelassen und eine kleine Schweiz in Costa Rica aufgebaut. Anscheinend wurde in den Medien schon oft darüber berichtet, wir hatten jedoch zuvor noch nie was davon gehört.

Es ist absolut fasziniert, in welcher Präzision er die Schweiz nachgebaut hat. Diverse Chalets, eine Kirche, eine 3.5km lange Bahn den Berg hoch und sogar ein Drehrestaurant haben wir angetroffen. Zu Spitzenzeiten waren neben diversen Landmaschinen aus der Schweiz auch bis zu 200 Kühe anzutreffen.

Zum Abendessen gönnten wir uns im Restaurant Rösti mit Kalbsbratwurst und Rösti mit Gulasch. Sehr lecker! Übernachten durften wir gratis auf dem Parkplatz des Hotels.

Monte Verde

Monte Verde liegt im Nebelwald und ist eine 35km lange unbefestigte Strasse von der Zivilisation entfernt. Zu Beginn waren wir etwas verunsichert, ob wir mit unserem Büsli diese Fahrt wagen sollten. Mit maximal 20 km/h waren wir unterwegs und kämpfen uns den Berg hoch. Bis auf zwei heiklere Passagen war die Strecke kein Problem. Aber auch diese zwei Stellen meisterte unser VW mit 2-Rad-Antrieb erstaunlich gut, mit ausgeschaltetem ESP und ein wenig Schwung kamen wir bis jetzt überall durch.

Bei einer geführten Nachttour konnten wir den Nebelwald bei Nacht erleben. Die Geräuschkulisse wahrzunehmen und die schlafenden Vögel in den Bäumen zu sehen, war eindrücklich.

Am Tag konnten wir zudem über sechs teilweise bis zu 300m lange Hängebrücken einen Einblick in die Baumkronen erlangen und so den Regenwald aus einer ganz anderen Perspektive sehen.

Und auch das Jassen konnten wir mal wieder praktizieren (das erste Mal auf unserer Reise). Katy und Walti haben uns spontan eingeladen, bei ihnen im schönen Garten zu übernachten. Kathy und Walti sind ausgewanderte Schweizer, welche bis bis vor kurzem ein Hotel und Restaurant in Monteverde geführt hatten. So konnten wir zwei gemütliche Abende mit ihnen verbringen. Eine solche Gastfreundschaft zu erleben ist immer wieder schön, vielen Dank.

 

Finca Caña Castillas

Die letzten zwei Tage in Costa Rica genossen wir auf der Finca (Bauernhof) von Agi und Guido, natürlich sind auch sie ursprünglich aus der Schweiz. Ein rieseges und sehr schön gepflegtes Anwesen haben sie ganz im Norden von Costa Rica, nahe der Grenze zu Nicaragua, errichtet. So genossen wir das feine Essen und ein gutes Frühstück bei ihnen. Auf dem Bauernhof konnten wir viele Tiere wie Affen, Faultiere, Vögel und sogar ein Krokodil beobachten. Wir lerneten noch zwei weitere schweizer Overlander (David und Claudia, Roger und Anita) und noch zwei Backpacker, Karin und Markus, auch aus der Schweiz kennen. So verbrachten wir zwei gemütliche Tage in guter schweizer Gesellschaft.

Markus und Karin namen wir dann am nächsten Tag gleich mit, um zusammen mit ihnen die Grenz nach Nicaragua zu passieren. Wir verstanden uns sehr gut mit ihnen und setzten die Reise in Nicaragua zu viert fort.

Grenze Costa Rica – Nicaragua

Erneut brachen wir frühmorgens los, um die Grenze nach Nicaragua zu passieren. Bereits einige Kilometer vor der Grenze hatte es lange Staus von Lastwagen. Es war Sonntag und sie durften nicht weiterfahren. Am Zoll von Costa Rica angekommen mussten wir uns zuerst um die Personenausreise kümmern. Dies kostete 8 USD pro Person und dauerte eine Weile, denn wir waren nicht die einzigen. Die Ausreise unseres VW Buses war schnell erledigt und wir fuhren weiter zum Zoll in Nicaragua. In einer improvisierten Ecke mussten wir einem „Doktor“ bestätigen, dass wir bei guter Gesundheit sind und konnten anschliessend mit dem Fahrzeug die Desinfikationsanlage (Kosten 3 USD) passieren. Wir fragten uns dann aber doch ein bisschen, was das Desinfektionsmittel auf unserem schmutzigen Fahrzeug bringt. Waschen wäre wahrscheinlich sinnvoller gewesen.

Anschliessend parkten wir unseren VW Bus auf einem grossen Parkplatz und kümmerten uns um die Fahrzeugpapiere. Wir wurden angewiesen, dass jener Polizist da in der Ecke unser Fahrzeug inspizieren muss. Jedoch hatte er aktuell leider keine Zeit, denn er musste zuerst seine gefrorene Limonade trinken. Nach 15 Minuten hatten wir ihn dazu gebracht, sich unser Fahrzeug anzuschauen. Er fragte uns nach dem Wert unserer Fahrräder, mit 50 USD pro Fahrrad hatte ich sicher leicht untertrieben, es interessierte ihn aber nicht weiter. Durch die Fahrertür stieg er anschliessend in unser Fahrzeug und zwängte sich in den Wohnraum, wo er sich auf unsere Rückbank setzte. Er zeigte mit dem Finger auf ein Paar Dinge im Bus (Kochherd, Kühlschrank,..) und wir erläuterten ihm, was das ist. Anschliessend unterschrieb er das Papier und wir konnten uns um die Versicherung kümmern. Kostenpunkt für die Haftpflichversichung: 12 USD für 1 Monat, die Versicherungssumme beläuft sich auf lächerliche 5000 USD. Es folgte die Personeneinreise und anschliessend wurden die definitiven Fahrzeugpapiere für Nicaragua erstellt. Es war geschafft in total 2.5 Stunden und ohne die kostenpflichtigen Grenzhelfer, welche ihre Dienste jeweils für ein paar USD anbieten. Mit harnäckigem Fragen wird man meistens an die richtige nächste Stelle verwiesen und so kommt man ganz gut ans Ziel.

Nun freuen wir uns auf Nicaragua. Ein Land, das weniger touristisch ist als Costa Rica, wunderschöne Natur bietet und sehr preiswert zu bereisen ist.

Weitere Impressionen

 

 

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