Tag 79 – 88 Honduras & Guatemala

Tag 79 – 82 Honduras

Anzahl Tage: 4
Gefahrene Kilometer: 730 km
Preis pro Liter Diesel: 0.67 CHF
Dauer Zollübergang Nicaragua – Honduras: 2h 15 Min

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Wenn man auf der Panamericana nach Norden unterwegs ist, muss man zwangsläufig Honduras durchqueren. Zwangsläufig nenn ich es, da Honduras nicht gerade den besten Ruf besitzt. Das Land führt die umrühmliche Rangliste der Länder nach den Anzahl Morden an. Pro 100’000 Einwohner passieren im Jahr 90 Morde (dies ergibt einen Mord alle 74 Minuten). 95% des Kokains, das die USA erreicht, wird durch Hondurs geschmuggelt und fast jeder zweite der acht Millionen Einwohner lebt unter der Armutsgrenze. Seit Jahrzenten ist das Land instabil, die Präsidenten und deren Prioritäten wechseln dauernd. Was der eine umsetzt, schaft der nächste wieder ab. Die Kriminalität ist hoch und Korruption allgegenwärtig, denn auch die Löhne sind nicht sehr gut. Um das Land von der Korruption befreien zu können, braucht es gut bezahltes Sicherheitspersonal, aber das Geld fehlt. Die Wirtschaft ist am Boden, denn welche Firma geht schon in ein Land mit einem solchen Renommee?

Doch wie kommt ein solches Land aus dieser Abwärtsspirale heraus? Beim Recherchieren bin ich auf folgenden Arikel auf zeit.de gestossen, der sich mit einer möglichen Lösung befasst. Es handelt sich dabei um sogenannte Charter Cities. Das Ziel ist, in einem Land wie z.B. Honduras eine neue Stadt mit eigenen Gesetzten, eigenem Sozialsystem und eigener Polizei, also völlig unabhängig vom Staat, zu gründen und so ausländische Firmen dazu bringen, in dieser Stadt zu investieren. Ein interessante Idee, die vielleicht in Honduras umgesetzt wird (ich bin über den aktuellen Stand des Fortschritts nicht im Bilde, jedoch ist immer noch die Nationalpartei an der Macht, welche beim Erscheinen des Berichts an der Macht war). Das Lesen des Artikels lohnt sich auf jeden Fall.

Nun, um es vorweg zu nehmen, wir hatten keinerlei Probleme in Honduras und fühlten uns sicher. Sowohl bei unseren Übernachtungsplätzen, wie auch unterwegs auf der Strasse. Im Vornherein hatten wir uns ein bisschen Sorgen bezüglich der Hauptstadt Tegucigalpa gemacht, welche wir bei unserer Fahrt in den Norden passieren mussten. Jedoch war dies absolut unbegründet. Nachdem wir die Grenze Nicaragua – Honduras in 2h 15 Minuten passiert hatten, fuhren wir noch ca. 70km auf einer recht guten Überlandstrasse Richtung Tegucigalpa. Anschliessend bogen wir auf eine grössere Strasse ab. Doppelspur, Leitplanke in der Mitte und ein perfekter Belag. Die Strasse führte uns um die Stadt und anschliessend noch mindestens 70km weiter. Am Ende dieser Doppelspur-Strasse waren einige Baustellen zu sehen, die Strasse wird weiter ausgebaut, bevor wir wieder auf eine gute Einspur-Strasse einbogen.

Total waren wir nur während 4 Tagen in Honduras. Zuerst fuhren wir zur D&D Brewery (Brauerei, Hostel und Camping), bei welcher viele Reisende einen Stopp einlegen. In der Umgebung kann einiges erkundet werden.

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Harley-Davidson-Klub bei der D&D Brauerei

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heute gibt es Chnöpfli

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unsere neue Investition- ein Ventilator (ist dringend nötig bei Temperaturen von über 35°C)

Wir entschieden uns für einen Besuch in einem Reservat gleich um die Ecke. Viele Kaffe-Sträucher und diverse weitere Pflanzen haben wir auf den Wanderwegen gesehen.

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unterwegs auf dem Wanderweg

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Mariposa (Schmetterling)

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Orchidee

Anschliessend fuhren wir zur Finca las Glorias, nur unweit entfernt und schön gelegen am Lago de Yojoa.

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unser „einsamer“ Übernachtungsplatz bei der Finca las Glorias

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der Lago de Yojoa

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auf Erkundungstour auf der Finka

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Regen auf der Fahrt weiter nördlich. Der erste Regen seit Wochen

Markt in La Esperanza und Gracias


An diversen Märkten in Honduras gibt es Unmengen an Gemüse und Früchten zu kaufen. Aber auch alles andere erdenkliche ist zu finden. In El Esperanza, das bekannt für seine Märkte ist, gibt es praktisch keine Läden. Dieses Dorf ist nicht sehr touristisch. Deshalb fällt man als Gringo (so werden alle Leute aus Europa, Kanada und den USA genannt) sofort auf und die Leute reagierend auch eher zurückhaltend.

Im Kontrast dazu steht Gracias weiter nördlich in Honduras. Ein kleines ruhiges und überschaubares Städtchen.

Ruinen von Copan


Mit den Ruinen von Copan haben wir unsere ersten Maya Ruinen besucht. Wir leisteten uns einen Führer und lauschten gespannt seinen Erzählungen auf Spanisch (verstanden haben wir aber nur etwa die Hälfte :D).

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grande plaza

Die Stadt Copan Ruinas gilt übrigens als die sicherste Stadt in Honduras. Der Herr an der Reception sagte mehrmals, es sei „super securo“ hier. Dies genossen wir sehr und liefen nach dem feinen Nachtessen bei Nacht zurück zu unserem Übernachtungsplatz (dies ist in vielen Mittelamerikanischen Städten als Tourist zu unterlassen, Taxi fahren ist dann angesagt).

Tag 83 – 88 Guatemala

Anzahl Tage: 6
Gefahrene Kilometer: 690 km
Preis pro Liter Diesel: 0.72 CHF
Dauer Zollübergang Honduras – Guatemala: 1h 15 Minuten

Guatemala ist für uns bisher eines der Höhepunkte auf unserer Reise. Der Lago Peten Itza mit seinem kristallklaren Wasser, die riesigen Maya Ruinen von Tikal und die freundlichen und offenen Guatemalteken haben es uns angetan. Ein wunderschönes Land.

Grenzübergang in Rekordzeit


Der Grenzübergang nach Guatemala war der bisher schnellste. Die Ausreise aus Honduras war für uns und unseren VW Bus schnell und kostenlos erledigt, sodass wir bereits nach 15 Minuten einige Meter weiter zum Zoll von Guatemala fahren konnten. Dort wurden wir sofort von einem älteren Herrn mit weissem Hemd und Haar und Ausweis um den Hals an den richtigen Schalter geleitet, wo wir sofort bedient wurden. Auch die Fahrzeugpapiere waren verhältnismässig schnell erstellt. Doch bevor wir mit dem VW Bus die Schranke passieren konnten, mussten wir zuerst noch eine Gebühr für die Einfuhr einzahlen. Zu Fuss gingen wir über die Grenze, bezahlten die Gebühr auf der Bank ein, zu Fuss wieder zurück und bestätigten dem Herrn am Zoll die Bezahlung. Ein kurzer Blick auf unser Nummernschild, das die Zöllner und auch die Polizisten meistens nicht aus eigener Kraft finden, denn wir haben das vordere abmontiert und das hintere befindet sich nicht am Auto, sondern am Fahrradträger, und auf die Fahrgestellnummer und dann war es erledigt. Eine Inspektion fand, wie in den meisten Ländern bisher, nicht statt. Dann ging es ab nach Guatemala.

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Hola Guatemala

Auf der Fahrt in Guatemala


Unser erstes Ziel in Guatemala war die Finca Ixobel, bereits im nördlichen Guatemala gelegen. Auf der Fahrt durchquerten wir verschiedene Landschaften und auch kleine Städte.

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in Poptuns Strassen war soeben ein Umzug in Gang

Auf der Finca Ixobel verweilten wir für drei Tage. Waschten, backten, Blog schreiben und auf den Hügel nebenan sind wir auch noch geklettert.

Da unser Verlängerungskabel leider nicht bis zum Bus reichte, wurden die zwei Zöpfe inmitten von Tannen gebacken.

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Lago Peten Itza und Flores


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Strand am Lago Peten Itza

 

Ein absoluter Höhepunkt war der Lago Peten Itza. Er ist der drittgrösste See in Guatemala und das Wasser ist unglaublich klar. Drei Tage verbrachten wir am See und genossen das angenehme Wasser beim Baden.

Auch die auf einer Insel im See gelegene Stadt Flores hat ihren Charme und eignet sich bestens zum Flanieren oder Einkaufen.

Tikal – eine der bedeutensten Maya-Städte


Tikel befindet sich ganz im Norden von Guatemala und ist riesig. Die Stadt befindet sich im Dschungel und gut gepflegte Wege weisen einem zum nächsten Bauwerk.

Vor der Entdeckung der Maya Städte waren die Ruinen vollständig überwuchert und mussten anschliessend in mühsamer und langwieriger Arbeit ausgegraben werden. Auch heute sind noch viele Gebäude nicht sichtbar. Nur an der Form des Hügels lässt sich jeweils erahnen, was darunter sein könnte.

Nun geht es weiter nach Belize, das letzte Land Mittelamerikas, bevor wir dann ins riesige Mexiko weiterfahren.

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